Gebt den Kinder ihr Potential zurück

Neulich kommt mein Sohn völlig niedergeschlagen vom Schulschwimmen nach Hause. Was war passiert? Was hat diesen freudigen Schüler zu diesem Häufchen Elend gemacht? “Meine Lehrerin hat gesagt, dass ich schief schwimme. Ich soll gerade schwimmen. Und ständig muss ich vor ihren Augen Extra-Runden schwimmen. Letzte Woche auch schon. Das ist doof. Ich mag nicht mehr schwimmen gehen.” Sprachs, pfefferte seine Schwimmsachen in die Ecke und verzog sich traurig aufs Sofa. Superklasse, Frau Pädagogin. Wie kann man einen bis in die Haarspitzen motivierten kleinen Menschen innerhalb von zwei Stunden zu einem Wasserhasser machen? Ist Lob und Potentialorientierung nur noch was für Krippenkinder? Und warum muss man überhaupt gerade schwimmen? Weiterlesen…

Neid kann so hilfreich sein

“Schau Dir die an. Die sieht viel jünger aus als sonst. Und die grinst immer so – wie eine Katze, die gerade eine Schälchen Sahne ausgeschlabbert hat. Du, die hat bestimmt ‘nen Liebhaber.” Ich kann nix dafür. Die Worte rutschten mir einfach so raus, als ich “sie” sah. Es ist fies, ich weiß. Aber das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Dieses glückliche Dauergrinsen, dieser auffällig jungendliche Look… Bestimmt ein neuer Mann! Aber warum regt mich das so auf? Sollte ich mich nicht lieber für sie freuen? Sie sieht ja offensichtlich glücklich aus und ihren Ehemann kann ich sowieso nicht leiden. Was erzeugt in mir diese missgünstigen Gefühle? Bin ich neidisch oder wütend? Und wenn ja, auf wen oder was bin ich wütend? Weiterlesen…

Nur mal schnell ein Kind bekommen…

Selten hat eine Wirtschaftsmeldung die Frauenwelt so aufgeregt wie die Nachricht, dass Marissa Mayer den Chefposten beim Internet-Konzern Yahoo übernommen hat. Im Grunde heutzutage keine Ausnahme mehr – eine Frau auf dem Chefsessel eines internationalen Großkonzerns. Mit dem Unterschied, dass Mrs. Mayer schwanger ist und nur drei Monate nach Übernahme der Konzernführung ihr erstes Kind zur Welt bringen wird. Mein erster Gedanke beim Lesen der Nachricht war: Muss das sein? Muss eine Frau, die bald die Freuden und Anstrengungen der ersten Mutterschaft erleben darf, noch einen Weltkonzern aus der Krise retten? Ist es nicht total egoistisch, gleich alles haben zu wollen – Karriere, Ruhm, Geld und Baby? Oder bin ich nur neidisch, weil ich wegen der Kinder einige Jahre aus dem Job ausgestiegen bin und mich mühsam wieder reinkämpfen musste? Oder geht es mich am Ende gar nichts an? Weiterlesen…

Wenn Teebeutel zu Ratgebern werden…

Meine Teebeutel sind klug – jedenfalls fühle ich mich jeden Morgen gut beraten, wenn ich die weisen Sprüche auf dem Papierfähnchen meines Grüne-Energie-Tees lese. Neulich habe ich allerdings an der Weisheit meines Teebeutels gezweifelt. “Die einzige Waffe, die wir haben, ist Freundlichkeit”. Hä? Haben die schon mal versucht, Kinder mit Freundlichkeit dazu zu bringen, ihr Zimmer aufzuräumen? “Marc-Olivier, kannst Du BITTE Dein Zimmer aufräumen?” Oder die Schuhe nicht immer direkt auf der Türschwelle liegen zu lassen. “Schätzchen, danke, dass Du sie beim nächsten Mal direkt in den Schuhschrank stellst.” Pah! Das funktioniert vielleicht in einem buddhistischen Kloster, aber nicht in einer weltlichen Durchschnittsfamilie. Oder sind wir nur ungeduldiger als der geerdete Sprücheschreiber? Bringt Freundlichkeit in der Kindererziehung vielleicht doch mehr, als wir es in unserem hektischen und überfüllten Alltag für möglich halten? Weiterlesen…