Frauen sind nicht zickig sondern emotionsflexibel

Kennt ihr eine Frau, die noch niemals von einem Mann zickig genannt wurde? Bestimmt nicht, denn Männer finden Frauen eigentlich immer zickig. Egal, in welcher Stimmung wir sind oder was wir sagen: Es ist zickig. Außer natürlich, wenn wir Sex mit unseren Männern haben. Das ist dann gut. Oder die Klappe halten. Oder Beides zusammen… Ansonsten sind wir zickig. Nur weil wir den Gatten bitten, doch endlich auch mal den Müll wegzubringen. Oder seine Kumpels schief anschauen, die sich auf unserem sauberen Sofa vorm Fernseher lümmeln. Oder wenn wir heute anderer Meinung sind als morgen. Verstehen wir gar nicht. Was ist daran zickig? Ist doch normal. Und was bedeutet “zickig” überhaupt? Oder ist alles nur ein großes Missverständnis zwischen den Geschlechtern?

Unter uns Frauen gibt es für zickig eine neue Bezeichnung: Zickig war gestern. Ab sofort sind wir “emotionsflexibel”. Denn das fasst unsere Kernkompetenzen sehr treffend zusammen. Wir haben Emotionen und wir sind flexibel – eben auch im Umgang mit unseren Emotionen. Wer sagt denn, dass wir die neue, rote Wandfarbe auch morgen noch schön finden müssen? Einen Mann machen diese kleinen Geschmackswechsel wahnsinnig. Mein kluger Mann hat dafür auch direkt eine Erklärung parat: Frauen sind kompliziert – Männer sind einfach! Nun, ich würde es minimal anders formulieren: Frauen sind multidimensional – Männer eindimensional. Das klingt vorteilhafter für uns, meint aber im Prinzip dasselbe!

Eine Blitzumfrage unter den Freunden meines Mannes hat ergeben: Wir Frauen sind völlig übellaunige, wankelmütige und unfreundliche Wesen. Heute so. Morgen anders. In einer Minute noch guter Stimmung. In der nächsten wird nur noch gemeckert. Was gestern gut war, ist morgen schlecht. Zum Glück war diese Umfrage nicht repräsentativ… Dennoch frage ich mich, was da falsch läuft. Wie können wir nur so aneinander vorbei reden und fühlen? Männer wollen es gerne einfach haben. Wir hingegen lieben es, wenn es ein wenig – nun sagen wir mal – supraoptimal ist. Das bedeutet: Nur weil das schicke Hemd des Gatten gestern noch perfekt zum Anlass passte, muss das heute nicht wieder der Fall sein. Und der Spontan-Sex in der Küche letzte Woche war perfekt. Nur muss das in dieser Woche nicht unbedingt wieder passen. Schießlich fühlen wir uns gerade fett und unattraktiv. Letzte Woche hingegen… Die Hormone, Ihr wisst schon!

Leider, meine Herren, kenne ich die Lösung auch nicht. Was sollen wir machen? Wir sind, wie wir sind: zu wechselnden Gefühlen fähige, leichten hormonellen Schwankungen unterliegende und auf höchste Vollendung bedachte Wesen. Wir wollen doch eigentlich nur Euer Bestes! Also, wenn Ihr Euch das nächste Mal über Eure Frau ärgert, wisst Ihr: Es geht vorbei. Morgen ist sowieso wieder alles anders. Seid also nachsichtig mit uns und liebt uns so, wie wir sind. Wir tun es umgekehrt ja auch!

Emotionale Grüße
Eure Mama Soße

 

 

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